41. Solothurner Filmtage

Tages-Anzeiger, Zürich; 16.01.2006

Mit einer Ansprache von Bundespräsident Moritz Leuenberger und dem Film «Nachbeben» von Stina Werenfels werden heute Abend die 41. Solothurner Filmtage eröffnet - oder besser: das 41. Solothurn Film Festival, wie sich die Veranstaltung neuerdings nennt. Bis zum Sonntag präsentieren bekannte und weniger bekannte Regisseure ihre neuen Werke: neben Stina Werenfels und Thomas Imbach etwa Richard Dindo («Wer war Kafka?»), Xavier Koller («Havarie»), Yusuf Yesilöz («Zwischen den Welten») oder Marek Beles («Stages»). Daneben sind Filme aus der Jahresproduktion - inklusive Filmschulen und Fernsehproduktionen - zu sehen. Die Retrospektive ist dem Schauspieler Maximilian Schell gewidmet, der am Wochenende eben den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises entgegennehmen durfte.

Dass sich die Filmtage, denen in den letzten Jahren von anderen einheimischen Festivals - insbesondere Locarno und Nyon - verstärkte Konkurrenz erwachsen ist, deutlicher positionieren wollen, ist an der jährlich wachsenden Anzahl der Begleitveranstaltungen erkennbar. Im Rahmen zweier neuer Film-Talks (einer in Deutsch, einer in Französisch) will die Werkschau des Schweizer Films die Diskussion über den aktuellen Schweizer Film beleben. Seit einigen Jahren bietet das Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich unter dem Obertitel «Reden über Film» zudem Podien zu filmspezifischen Themen an; dieses Jahr geht es um Erotik im Film, Schweizer Musikvideos und den Autorenfilm. Ein Fixpunkt im Filmtage-Programm ist schliesslich die Verleihung der Schweizer Filmpreise, die am Mittwochabend im Beisein von Kultur- und Politprominenz in der Reithalle vergeben werden.